Beteiligung der Öffentlichkeit

Die Beteiligung der EinwohnerInnen spielt in der Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft eine wesentliche Rolle. Sie beteiligen sich einerseits direkt durch ihr Konsumverhalten (z.B. Kauf regionaler Produkte etc.), den Wechsel zu Ökostromprodukten oder durch den Betrieb der Anlagen an der Umsetzung der 2000-Watt-Gesellschaft. Immer mehr Menschen achten bei ihrem Strom nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Herkunft: Für viele wird immer wichtiger, dass der Strom nicht nur von regenerativen Anlagen kommt, sondern im besten Fall auch aus der Gemeinde oder der Region. Aber auch über direkte Investitionen bringen sich die EinwohnerInnen ein, z.B. durch die Mitgliedschaft bei Energiegenossenschaften, die eine Solaranlage auf der Schule betreibt. Diese direkte und finanzielle Beteiligung ist ein wichtiger Bestandteil der Energiewende durch die EinwohnerInnen. Auch finanzielle Beteiligungen an der Wärmeversorgung werden immer häufiger. In der wachsenden Zahl von Wärmeverbunden werden Wärmenetze verlegt, die die Abwärme der meist von Landwirten betriebenen Biogasanlagen oder Holzheizkraftwerken nutzen. An den notwendigen Investitionssummen und der Arbeit beteiligen sich häufig die EinwohnerInnen gemeinsam mit der Gemeinde und den Landwirten. Die EinwohnerInnen müssen keine stillen Zuschauer bleiben, sondern können sich aktiv in die Planung der Projekte einbringen. Diese Beteiligung ist gerade bei grösseren Bauprojekten empfehlenswert, die sich in der direkten Umwelt der Menschen abspielen. Viele Initiativen gegen erneuerbare Energien entstehen eher aus fehlender Mitsprache oder Information und nicht aus einer generellen Ablehnung, wie etwa von Windenergie. Eine frühzeitige Beteiligung der Menschen vor Ort führt daher zu mehr Akzeptanz und damit zu einer reibungsloseren Umsetzung.

Wie die Ergebnisse der Energiebilanz zeigen, sind die privaten Haushalte mit einem Anteil von ca. 78% am Gesamtenergieverbrauch (ohne Mobilität) die stärkste Verbrauchergruppe mit dem grössten Handlungsbedarf im Wärmebereich. Daher ist ein besonderer Fokus auf die privaten Haushalte zu setzen. Weiterhin sind lokale Akteure in folgender Reihenfolge, beginnend mit dem relevantesten Akteur, in die Öffentlichkeitsarbeit mit einzubeziehen:

  • Privathaushalte/regionale Bevölkerung
  • Öffentliche Verwaltung (inkl. politische Entscheidungsträger, Energieversorgung Steckborn)
  • Wirtschaftsunternehmen (inkl. Banken, Industrie, Handel, Gewerbe, Dienstleister)
  • Multiplikatoren (inkl. Netzwerke, Verbände, Vereine, öffentliche Einrichtungen)

Auf den Bereich "Mobilität" entfallen etwa 47% des gesamten Energieverbrauchs. Hier eröffnet sich ein grosses Potenzial.