Wertschöpfung

Steckborn ist in der konventionellen Energieversorgung abhängig von Brennstoffimporten, denn es verfügt nicht über die hierfür nötigen fossilen Reserven. Erneuerbare Energien sind demgegenüber lokal verwurzelt, denn die Energiequellen sind wie in Kapitel 2.4 gezeigt in hohem Mass vorhanden. Statt durch den Import fossiler Energieträger wie Öl und Gas Geld (ca. 3,8 Mio. CHF/a; 50%) zu verlieren, kann Steckborn durch den Aufbau örtlicher erneuerbarer Energieanlagen die Kosten verlagern und bestenfalls auf 1,7 Mio. CHF oder ca. 9% pro Jahr reduzieren (Jahr 2050). Statt in den Import fliessen die Einnahmen den regionalen Unternehmen zu. Von heute rund 20% wären es im Jahr 2050 rund 56%. Die Betreiber können so etwa durch Einspeisung des produzierten Ökostroms oder Biogases Einnahmen generieren. Dadurch wird die Energieversorgung für die Gemeinde von einem Kostenpunkt zu einer wichtigen Einnahmequelle.

Die grössere Nähe zum Energieverbraucher hat ausserdem zur Folge, dass die Abläufe der Energieerzeugung und -versorgung einfacher und transparenter werden. Dadurch ist die Preisstabilität bei den erneuerbaren grösser, als bei konventionellen Energieträgern. Dies ist besonders im Falle der kommunalen Wärmeversorgung der Fall, da hier die Energie oft direkt vom Produzenten vor Ort bezogen wird. So wird z.B. die in einem Holzwärmeverbund erzeugte Wärmeenergie direkt über das örtliche Wärmenetz zum Endverbraucher transportiert. Zwischenhändler sind hier nicht beteiligt, da das Netz meist zur Anlage und damit dem Betreiber gehört. Dagegen geht Rohöl durch die Hände mehrerer Händler bis es zum Endkunden gelangt und kann daher Preissteigerungen ausgesetzt sein. Auch internationale Krisen bewirken u.a. grössere Preisschwankungen.

Die Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien durch Gemeinden kommt vor allem kleinen Handwerksbetrieben und mittelständischen Unternehmen der Region zugute.